Schiessbrillen - Interview Stephan Schöggl

Schiessbrillen in Köln - Stephan Schöggl ist seit 2012 Kooperationspartner des BDMP

Interview - Juni 2015

Nach knapp zwei Jahren ist es Zeit, Bilanz zu ziehen, wie die Zusammenarbeit  zwischen dem BDMP e.V. und Schöggl Optik (nachfolgend S.O.) bislang verlaufen ist. Aus diesem Grund haben wir mit Herrn Stephan Schöggl, Inhaber von Schöggl Optik, ein Gespräch geführt, um mit Ihm über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu sprechen.

BDMP: Sie sind seit knapp 2 Jahren Kooperationspartner des BDMP. Wie war diese Zeit für Sie?

S.O.: Sehr interessant. Wir versorgen mittlerweile die gesamte Breite an Disziplinen, von klassischen statischen 25 m Disziplinen über 300 m Büchsendisziplinen, dynamischem Kleinkaliberschiessen, PP1 und NPA zur PPC 1500 und Bianchi. Aber auch Disziplinen von anderen Verbänden und Mitgliedern, die in mehreren Verbänden sind. Darunter sind auch Klassiker wie 10 m Luftpistole oder 50 m Kleinkaliber. Es hat sich gezeigt, dass die Anpassung unserer System-Schiessbrillen für die Schützen sehr erfolgreich ist. 

Wir messen auf Entfernungen bis 50m direkt im Laden, somit kommt es zu keinem Messfehler. Der Schütze schaut auf seine original Papierscheibe in der regulären Entfernung. Außerdem haben wir die Möglichkeit einen Schiessstand in unmittelbarer Nähe des Geschäftes zu nutzen. Dies ist auch für Gewehrschützen optimal.

BDMP: Wie ist Ihre Perspektive für die Zukunft? Möchten Sie unseren Mitgliedern davon berichten?

S.O.: Derzeit arbeiten wir intensiv an einem neuen Projekt. Wir haben eine Schiessbrille entwickelt, deren Gestell komplett aus Titan gefertigt wird und die leichteste auf dem Markt ist. Diese Brille wird nach unseren Vorgaben hergestellt und individuell an den Kunden angepasst, die Endmontage erfolgt bei uns im Haus. Somit können wir unter anderem die Breite, die Bügellänge sowie die Länge des Nasenstegs an die Anforderungen des Kunden anpassen, was das Tragegefühl nochmals erheblich verbessert. 

BDMP: Das klingt gut. Können Sie bereits etwas zu den voraussichtlichen Preisen sagen?

S.O.: Das Gestell kostet 239.-€, trotz der besonderen Werkstoffe und der individuellen Anpassung. 

BDMP: Dazu bitte ein paar Detailfragen. Gibt es die Möglichkeit, die Gläser zu wechseln? Ist der Nasensteg höheneinstellbar?

S.O.: Der Nasensteg wird einmal an die Bedürfnisse des Schützen angepasst. Die Erfahrungen der letzten Jahre auch von den von mir betreuten Topschützen haben gezeigt, dass eine Höhenverstellung im Wettkampf

nicht genutzt wird. Ein individuell angepasster, statischer Nasensteg sorgt für eine immer optimal sitzende Schiessbrille, die Gefahr einer ungewollten Verstellung wird ausgeschlossen. Es wird auch eine Variante mit austauschbaren Gläsern geben.

BDMP: Diese Brillen haben oftmals eine spezielle Gelbtönung. Was hat es damit auf sich?

S. O.: Gläser mit Gelbtönung dienen der Vergrößerung des Kontrasts. Jedoch haben Tönungen, die vor dem eigentlichen Brillenglas angebracht werden, große Nachteile. Der Lichtverlust ist zu groß. Somit bestand mein Ziel darin, in Zusammenarbeit mit meinen Lieferanten, ein Glas zu entwickeln, das sowohl in geschlossenen wie auch offenen Schiessanlagen funktioniert. Bei uns werden mittlerweile etwa 90% aller Schiessbrillen mit diesem Glas gefertigt. Die Schützen sind von dem Zuwachs an Kontrast begeistert.

BDMP: Gibt es auch die Möglichkeit, vorhandene Schiessbrillen mit diesem Glas neu zu verglasen?

S.O.: Ja, das ist ohne weiteres möglich

BDMP: Vielen Dank für das Gespräch, wir wünschen Ihnen alles Gute, auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit!


Oktober 2012

Schiessbrillen-Spezialist Stephan Schöggl im Interview

BDMP: Worin unterscheidet sich die „Schiessbrille“ von einer normalen Brille?

S.Schöggl: Dadurch, dass das Glas vor dem zielenden Auge der Blickrichtung des Schützen beim Zielen in jeder Stellung angepasst werden kann. Ob Gewehr- oder Pistolenschütze, ob er kniend, stehend oder liegend schiesst, wird der Schütze, bedingt durch die schräge Kopfhaltung, nie senkrecht durch die Mitte des Glases sehen. Entweder stört der Rand der Brille direkt beim Zielen, oder er sieht knapp vorbei.

Ein Brillenglas aber bildet nur im Mittelpunkt exakt ab. In den Randzonen treten Abbildungsfehler auf, die das präzise Sehen beeinträchtigen. So z.B. Farbsäume oder die prismatische Ablenkung, die beim Schiessen besonders lästig ist. Eine Schiessbrille muss hauptsächlich allen nachfolgend aufgeführten Anforderungen gerecht werden: Sie muss geeignet sein für das Gewehr-, Pistole- und Bogenschiessen, für Rechts- und Linksschützen, sowie für alle Anschlagsarten.

Jeder Schütze nimmt für jeden Anschlag, ob stehend, liegend oder kniend, eine andere Kopf- und Körperhaltung ein. Er muss für jede dieser Anschlagsarten das Schiessbrillenglas neu justieren können, d.h. das Glas vor dem zielenden Auge mit seinem optischen Mittelpunkt genau vor die Pupille bringen. Mit Hilfe der Schiessbrille muss erreicht werden, dass die Netzhautgrube im Auge – das ist der Punkt der schärfsten Abbildung – dann die Pupillenmitte, danach der optische Mittelpunkt des korrigierenden Glases, weiter die Visierung und endlich das Ziel auf einer Achse liegen. Nur wenn das Glas richtig zentriert zwischen Auge und Ziel gebracht werden kann, ist gewährleistet, dass der Schütze keine Treffpunktverlagerung oder Abbildungsfehler des Glases in Kauf nehmen muss.

BDMP: Welche Chancen und Grenzen gibt es?

S.Schöggl: Eine ruhige Hand und ein gutes Auge braucht der Sportschütze. Von allen Sportarten werden beim Schiess-Sport die höchsten Anforderungen an das Auge gestellt. Einen hohen Anteil am Erfolg eines Schützen hat das Sehen.

Infolge der immer besser werdenden Resultate, bedingt durch bessere Ausrüstung und Ausbildung, ist die Zielscheibe ständig verkleinert worden. Der Schütze muss auf große Entfernungen sehr kleine Objekte scharf erkennen und während des Wettkampfes das Bild immer gleich gut wahrnehmen.

Kleine Sehfehler, die im normalen Leben unbemerkt bleiben, wirken sich beim Schiessen bereits negativ aus. So werden an das Auge und auch an die Brille außerordentlich hohe Anforderungen gestellt.

Der Schütze braucht für seine Sehbedürfnisse eine Schiessbrille. Die Schiessbrille ist nicht nur eine Spezialbrille, sie erfordert auch eine individuelle Brillenglasbestimmung. Da ich mich intensiv mit dem Schiesssport beschäftige, kann ich die Sehprobleme des Schützen erkennen und das richtige Brillenglas verordnen. „Das Beste aus zwei Welten!“